Ratgeber Nutzfahrzeuge

Umwelt

Energie: Rund ein Drittel des gesamten Schweizerischen Endenergieverbrauches wird heute vom motorisierten Strassenverkehr, zur Hauptsache von den Personenwagen, verbraucht. Die Wachstumsrate beträgt, trotz Rezession zwischen 1990 und 2000, besorgniserregende 16.5%. Neue sparsamere Fahrzeuge wiegen die steigenden Verkehrsleistungen bei weitem nicht auf. Der Mehrverbrauch infolge Verkehrswachstums übersteigt den bewirkten Minderverbrauch. Seit Januar 2003 wird auf der EnergieEtikette der Energieverbrauch für Autos deklariert. Mit dieser Massnahme soll der Kauf energiesparender Autos gefördert werden.

Kohlendioxid CO2: CO2ist das für die Erderwärmung hauptverantwortliche Treibhausgas. Bei Autos hängt der Ausstoss von Kohlendioxid CO2 direkt vom Treibstoffverbrauch ab. Kein Katalysator und kein Filtersystem kann CO2 auffangen. Jeder durchschnittliche Schweizer verpufft heute im Pendler-, Einkaufs-, und Freizeitverkehr pro Jahr etwa zwei Tonnen Kohlendioxid. Dies ist dreimal so viel, wie ein stabiles Klima verkraften kann!

VCS-Bewertung: Das Bewertungssystem berücksichtigt die Schädlichkeit aller im Fahrbetrieb anfallenden Emissionen, inklusive Lärm (siehe Auswahlkriterien). Die vollständige Liste mit über 500 Autos"Leonardo-Spezial / VCS-Auto-Umweltliste" (März 2008) kann beim Verkehrsclub der Schweiz VCS (Tel. 031 328 82 00) gratis bestellt werden.

Motoren

Diesel- oder Benzinmotor: Der Dieselmotor ist sparsamer als der Benziner, dafür emittiert der Benziner weit weniger gesundheitsgefährdende Schadstoffe. Der Dieselmotor stösst im Vergleich zu Benzinautos Krebs erzeugende Russpartikel und bis zu sechsmal mehr gesundheitsschädigende Stickoxide aus. Topten und VCS raten von Dieselmodellen ohne Partikelfilter dringend ab. Diejenigen Modelle auf topten mit Partikelfilter, erfüllen ohne PF die Vorgaben des VCS nicht. Eine Übersicht aller mit Partikelfilter ausgerüsteten Modelle ist zu finden unter energieetikette.ch.

Gasmotor: Der Hauptvorteil der Gasverbrennung gegenüber Benzin und Diesel liegt im geringeren CO2-Ausstoss. Gar CO2-neutral fährt ein Gasauto, das mit Biogas aus Grünabfällen betrieben wird. Die Schweiz ist führend in der Produktion von Biogas, das unter verschiedenen Markennamen wie "Naturgas" oder "Kompogas" etc. erhältlich ist.
Erdgas belastet gesamthaft betrachtet die Umwelt nur halb so stark wie Benzin und um 70 % geringer wie Dieseltreibstoff. Weitere Infos zu Erdgas und Kompogas

Hybridantrieb: Dieses Treibstoff sparende, abgasarme Antriebskonzept arbeitet mit je einem Verbrennungs- und Elektromotor. Bei tiefen Geschwindigkeiten fährt das Auto elektrisch, wird mehr Leistung gefordert, schaltet sich automatisch der Verbrennungsmotor zu. Beim bergab Fahren und Bremsen schaltet sich der Verbrennungsmotor automatisch aus. Der Elektromotor funktioniert nun als Generator, speist die Batterien und hilft, das Auto abzubremsen. Der Fünfplätzer Prius 1.5 Hybrid Automat ist mit diesem Antriebskonzept in der Schweiz zu haben.

Elektroantrieb: Elektromobile stossen bei der Fahrt keine Abgase aus und sind leise. Emissionen fallen hingegen am Ort der Stromproduktion an. Wenn Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wasserkraft oder Solarstrom «getankt» wird, schneidet der Elektroantrieb besser ab als ein Benzin- und Dieselmotor. Rechnet man mit dem durchschnittlichen europäischen Strom-Mix, so entstehen Emissionen von 13kg CO2/100km. Dieser Wert wird von modernen Verbrennungsmotoren heute bereits unterboten.

Eigenes Verhalten

Eco-Drive®: Eco-Drive® ist die effiziente Technik für sicheres, zügiges und umweltschonendes Autofahren. Mit Eco-Drive® können Treibstoffverbrauch und Schadstoffemissionen deutlich gesenkt werden. Eine Untersuchung hat gezeigt, dass Eco-Driver nach der Ausbildung auf der Strasse oder am Simulator rund 10% weniger Treibstoff verbrauchen – und dies sogar bei leicht höherem Fahrtempo. Eco-Drive® tut also nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Portemonnaie gut! Die Eco-Drive® Fahrtechnik kann in speziellen Kursen erlernt werden. Die vier goldenen Eco-Drive® Regeln:

  1. Fahren im höchstmöglichem Gang
  2. Zügig beschleunigen
  3. Früh hochschalten (bei rund 2500 Touren), spät herunterschalten
  4. Vorausschauend und gleichmässig fahren, unnötige Brems- und Schaltmanöver vermeiden

Gesundheit und Sicherheit

Gesundheit: Immer mehr Gesundheitseinschränkungen und Gesundheitsschäden lassen sich auf die individuelle motorisierte Mobilität zurückführen. Kurzfristig treten bei hoher Verkehrsbelastung vermehrt gesundheitliche Schäden wie Husten und Asthmaanfälle auf. Auch dieses Jahr werden die Ozongrenzwerte wieder massiv übertreten werden. In erster Linie kann nur die massive Reduktion der Treibstoffabgase eine Verbesserung erreichen.

Sicherheit: Obwohl die Sicherheitstechnik immer raffinierter wird, ereignen sich in der Schweiz täglich durchschnittlich über 80 Unfälle mit verletzten oder getöteten Personen Eine defensive, risikoarme Fahrweise ist absolut zentral und stellt die beste Unfallprävention dar.Für allfällige Fahrzeugemängel in der Schweiz stehen folgende Rückruf- und Mängel-Warnungs-Listen zur Verfügung:

a) www.auto-schweiz.ch -> Rubrik "Rückrufe" anklicken und Menuführung folgen
b) Download unter /www.tcs.ch

Vision Zero: Verkehr ohne Gefahr. Was will Vision Zero? Kein Mensch darf im Strassenverkehr getötet oder schwer verletzt werden! Dieser verkehrspolitische Grundsatz wurde vom Forschungsinstitut für Strassen in Schweden gesetzt und 1997 vom schwedischen Parlament bestätigt. Der neue Ansatz geht von den menschlichen Leistungsgrenzen und den möglichen Fehlern von Menschen aus. Massstab sind die verletzlichsten Verkehrsteilnehmenden. Folgerichtig muss der Strassenverkehr so gestaltet werden, dass menschliche Fehler keine schwerwiegenden Folgen haben. In der Industrie, im Bahn- und Luftverkehr gilt dies längst als selbstverständlicher Sicherheitsstandard. Nicht so im Strassenverkehr. Noch werden in der Schweiz jährlich rund 600 Tote und 6'000 Schwerverletzte als scheinbar unvermeidlicher Preis der Mobilität vielfach hingenommen. Ein konsequentes Umdenken ist deshalb überfällig.

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Publikationen

Normen und Labels

Organisationen

  • BAFU Bundesamt für Umwelt, Bern
  • BFE Bundesamt für Energie / EnergieSchweiz, Bern
  • e’mobile Schweizerischer Verband für elektrische und effiziente Strassenfahrzeuge, Bern
  • VCS Verkehrsclub der Schweiz, Herzogenbuchsee
  • VSG Verband der Schweizerischen Gasindustrie, Zürich

Links

Info für Hersteller und Anbieter

Bitte melden Sie uns zusätzliche Autos, welche die Topten-Kriterien erfüllen: redaktion(at)topten.ch

 

02/2014 Egli/Berger-Wey