Ratgeber Bildschirme

Gesamthaft stehen in Schweizer Büros und Haushalten 3.8 Millionen Bildschirme. Ihr jährlicher Stromverbrauch wird vom Bundesamt für Energie auf 325 Millionen kWh geschätzt. Das entspricht etwa dem Stromverbrauch der 90'000 Haushalte der Stadt Basel.Ein zunehmender Anteil davon sind TFT-Flachbildschirme, welche die klobigen aber günstigen Röhren- oder CRT-Bildschirme mehr und mehr verdrängen. Denn Flachbildschirme brauchen wenig Platz, sparen Strom und bestechen durch eine hervorragende Bildqualität. Tatsächlich könnten die jährlichen Stromkosten für Bildschirme von 65 Millionen Franken durch den konsequenten Einsatz von TFT-Bildschirmen halbiert werden.

Checkliste

TCO: Qualitätslabel für Bildschirme


TCO ist das führende Qualitäts- und Umweltlabel für Bildschirme. TCO zeichnet nur Geräte aus, die strenge Vorgaben punkto Ergonomie, Strahlenbelastung und Umwelt erfüllen. Punkto Energie sind die Grenzwerte von TCO jedoch weniger streng als bei topten. In der Liste von topten werden daher ausschliesslich die energetisch besten unter den TCO-Bildschirmen geführt.

Ergonomie
TFT-Bildschirme zeichnen sich durch den geringen Platzbedarf nach hinten aus. Nutzen Sie diese Eigenschaft, um den Bildschirm mindestens 60 cm von der vorderen Tischkante aufzustellen. Sie schonen damit Ihre Augen und erfassen gleichzeitig einen grösseren Teil des Bildes.Viele Modelle lassen sich um 90° drehen, so dass Sie den Bildschirm im Hochformat vor sich haben. Dies erlaubt z.B. bei einem 15"-Bildschirm die Darstellung eines ganzen A4-Blattes im Hochformat.

Anschlüsse, Kompatibilität
USB-Hub: Erlaubt die Verbindung an den PC oder Mac per USB-Anschluss.Video-Anschlüsse: Die analoge Schnittstelle ist der Standard. Digitale (DVI) Schnittstellen erfordern auch eine digitale Quelle, also digitales Video oder digitale Grafikkarte. Klären Sie Ihre Bedürfnisse gut ab und lassen Sie sich vom Verkaufspersonal beraten. Denn zusätzliche Anschlussmöglichkeiten sind nicht gratis.Mac-kompatibel: Viele Bildschirme sind ohne Abstriche Mac-kompatibel (Auflösungen für Mac sind im Prospekt meist angegeben).

Technik-Ratgeber

Bildschirmgrösse
Diese wird als Bilddiagonale in Zoll angegeben, wobei ein Zoll 2.54 cm entspricht. Bei den TFT-Bildschirmen wird – im Gegensatz zu den klobigen CRT-Bildschirmen – die effektiv sichtbare Bilddiagonale angegeben.

Bildqualität
Die Bildqualität wird mit verschiedenen Massen angegeben. Die wichtigsten sind:

  • Auflösung: bei den meisten Bildschirmen ist die Auflösung bei 1280 x 1024 Bildpunkten, die grösseren Bildschirme verfügen auch über höhere Auflösungen von 1920 x 1200 Bildpunkten.
  • Max. Farbanzahl: Die meisten modernen Bildschirme können 16.7 Mio. Farben darstellen. Dies ist für gute Grafik notwendig.
  • Kontrast: Gute Kontrastwerte liegen über 1:250 (typisch). Es ist zwischen dem maximal möglichen Kontrast und den typischen Kontrastwerten zu unterscheiden.
  • Helligkeit: Die Helligkeit – auch Luminanz gennant – wird in candela pro quadratmeter [cd/m2] angegeben. Auch hier ist zwischen den typischen und maximalen Werten zu unterscheiden. Gute typische Werte liegen bei 200cd/m2 oder mehr.
    Die Helligkeit wird von einer Hintergrundbeleuchtung (backlight) gewährleistet. Dies ist eigentlich eine "Lichtplatte", deren Lichtstärke mit den Jahren abnimmt. Jedoch liegt die Dauer, bis nur noch die halbe Helligkeit erreicht wird, meist bei über 20000 Stunden. Achten Sie auf eine Garantiezeit von 3 Jahren auf den gesamten Bildschirm (also inkl. backlight).
  • Betrachtungswinkel horizontal und vertikal: Wenn man von der Seite auf einen TFT-Bildschirm schaut, sieht man unter Umständen nichts als eine graue Fläche. Der Betrachtungswinkel gibt also an, aus welchem Winkel das Bild noch sichtbar ist. Diese Werte sind bei modernen Bildschirmen nicht mehr so problematisch wie früher. Beachten Sie diesen Punkt beim Kauf aber trotzdem: Gute Werte liegen über 70° auf jede Seite.
  • Fehlerhafte Bildpunkte, Zuverlässigkeit: Bei TFT-Bildschirmen wird – im Gegensatz zu den Röhrenbildschirmen (CRT’s) – jeder Bildpunkt (Pixel) einzeln angesteuert. Nun gibt es bei der Produktion immer wieder Pixel, die fehlerhaft sind und solche, die während dem Betrieb fehlerhaft werden. Allerdings konnte die Zuverlässigkeit in den letzten Jahren massiv verbessert werden, so dass viele Anbieter auch auf das LCD-Panel 3 Jahre Garantie gewähren.

Energieverbrauch

Leider weisen auch viele TFT-Bildschirme im ausgeschalteten Zustand einen Stromverbrauch auf. Die topten-Bildschirme brauchen im Aus-Zustand weniger als 1 Watt.

Beim Sleep-Verbrauch gilt die Obergrenze von 1 Watt. Nutzen Sie die Möglichkeiten des Energiemanagements an Ihrem Computer. Die sogenannten Bildschirmschoner setzen den Bildschirm nicht in den Standby-Zustand, sondern verdunkeln nur das Bild!

Die Aktivierung des Sleep-Zustandes für den Bildschirm ist einfach und lohnt sich auch dann, wenn das Energiemanagement für den PC selbst nicht aktiviert ist. Klicken Sie auf "Eigenschaften von Anzeige" dann auf "Bildschirmschoner" und wählen Sie kurze Reaktionszeiten für "Bildschirmschoner", "Standby-Betrieb" und "Abschaltung". Der Bildschirm ist bei allen Zuständen (auch bei der sogenannten "Abschaltung") nach Tastendruck oder Mausbewegung innert Sekunden wieder da.

Infoplus

Publikationen

Normen und Labels

Organisationen

  • BFE Bundesamt für Energie / EnergieSchweiz, Bern
  • IGÖB Interessengemeinschaft Ökologische Beschaffung Schweiz, Gerlafingen
  • S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, Zürich
  • S.A.L.T. Swiss Alpine Laboratories for Testing of Energy Efficiency, Chur
  • SENS Stiftung Entsorgung Schweiz, Zürich
  • SWICO Schweizerischer Wirtschaftsverband der Informations-, Kommunikations- und Organisationstechnik, Zürich

Links

  • www.topten.info: internationale Online-Suchhilfe für die besten Produkte

Info für Hersteller und Anbieter

Bitte melden Sie uns zusätzliche Geräte, welche die Topten-Kriterien erfüllen: redaktion(at)topten.ch

04/2012 Berger-Wey/Bush