Ratgeber Objektleuchten
14 Prozent des gesamten Stromverbrauches der Schweiz fliesst in die Beleuchtung; Das sind 7 Milliarden kWh pro Jahr beziehungsweise rund 1,2 Milliarden Franken. Der grösste Teil des Beleuchtungsstromes wird im Dienstleistungssektor verbraucht: 60% des Lichtstromes entfallen auf Bürohäuser, Läden, Schulen und ähnliches. Im Gegensatz zu anderen Verbrauchergruppen (Büro- und Unterhaltungselektronik, Haushaltgeräte) macht bei der Beleuchtung der Kostenanteil Energie den grössten Brocken am Gesamtvolumen aus, nämlich rund 40%. Neben den Energiekosten fallen die Anschaffungskosten für neue Leuchten mit rund 700 Millionen Franken pro Jahr vergleichsweise niedrig aus. Der gesamte Lichtmarkt beläuft sich auf knapp 3 Milliarden Franken pro Jahr.
Checkliste
- Kaufen Sie Leuchten, die für steckbare Leuchtstofflampen (röhrenförmig oder kompakt) konzipiert sind. Die zugehörigen Lampen weisen generell Energieeffizienzklasse A oder B auf.
- Ebenso effizient sind LED-Leuchten. Es gibt bereits in allen Leuchtenkategorien Modelle mit LED-Leuchtmittel oder auch Kombinationen - z.B. Leuchtstofflampe für indirekte / LED für direkte Beleuchtung. LED sind besonders geeignet für gerichtete Beleuchtung wie Spots oder Schreibtischbeleuchtung.
- Hochwertige elektronische Vorschaltgeräte eliminieren alte Nachteile der "Neonröhren": kein Flackern beim Einschalten, kein Flimmern im Betrieb, stufenlose Lichtregelung möglich.
- Für Spotbeleuchtungen gibt es gute Alternativen zu ineffizienten Halogenglühlampen: Metalldampflampen benötigen rund 5-mal weniger Strom. Das bedeutet in Läden, Restaurants und Ausstellungsräumen auch 5-mal weniger Abwärme. Mit Metalldampflampen lässt sich also ein besseres Raumklima schaffen und die Leistung der Klimaanlagen reduzieren.
Tech-Wegweiser
Der im Volksmund fälschlicherweise verwendete Begriff der Lampe bezeichnet die Lichtquelle, also die Birne, und nicht den Leuchtkörper. Letzterer nennt man korrekt Leuchte. Diverse Lampentypen benötigen für den Betrieb ein Vorschaltgerät oder Transformator. Die Betriebsgeräte wandeln den Netzstrom so um, dass er von der Lampe verwendet werden kann.
- Die Qualität der Farbwiedergabe wird in Stufen angegeben. Alle Glüh- und Fluoreszenzlampen erreichen heute die Qualitätsstufe sehr gut. Innerhalb dieser höchsten Stufe sind die Glühlampen an oberster Stelle. Der Abstand zur besten Fluoreszenzlampe ist jedoch so gering, dass selbst Fachleute keinen Unterschied bei der Farbwiedergabe mehr feststellen können.
- Seit einiger Zeit ist eine neue Generation von röhrenförmigen Leuchtstofflampen auf dem Markt. Die Lampen mit der Bezeichnung T5 (bezeichnet 5 Zoll oder 16 mm Röhrendurchmesser) haben eine noch bessere Lichtausbeute, wie die verbreiteten Röhren mit 26 mm Durchmesser. Die Lampen lassen sich jedoch nicht in herkömmliche Leuchten einsetzen, da sie abweichende Baulängen aufweisen. Sie sind nur mit elektronischen Vorschaltgeräten betreibbar.
Entsorgung
Seit 1. August 2005 gilt für Leuchten und Leuchtmittel eine kostenlose Rücknahmepflicht aller Verkaufsstellen. Zur Finanzierung des Recyclings wird ab diesem Datum beim Verkauf neuer Produkte eine vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) erhoben. Somit können und sollen alle alten Leuchten nur noch via Verkaufsstellen entsorgt werden. Die Rücknahmepflicht umfasst insbesondere Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren (so genannte Neonröhren) aber auch Speziallampen wie z.B. Quecksilberdampflampen, LED-Lampen oder Röhren aus Solarien. Die Recycling- und Rücknahmepflicht gilt jedoch nicht für die normalen Glühbirnen und Halogenglühlampen. Diese können weiterhin über den Haushaltkehricht entsorgt werden.
Infoplus
Publikationen
Normen und Labels
Organisationen
- BFE Bundesamt für Energie, Bern
- S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, Zürich
- SLRS Stiftung Licht Recycling Schweiz, Bern
- SLG Schweizerische Licht Gesellschaft, Bern
- FVB Fachverband der Beleuchtungsindustrie, Zürich
Links
01/2012 Geilinger/Gasser
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