Ratgeber Sparlampen

Sparlampen gibt es in unterschiedlicher Qualität. Eine der wichtigsten Eigenschaften für eine lange Lebensdauer ist die Schaltfestigkeit. Alle Sparlampen auf Topten lassen sich im Mittel mindestens 50'000 ein- und ausschalten, und sie brennen 12'000 Stunden oder länger (mittlere Brenndauer Eco Halogen Lampe: 2’000 Stunden). Die Produkte werden aufgeteilt nach Form und Gewinde übersichtlich präsentiert.

Die Preise von Sparlampen variieren beträchtlich: Die günstigste Sparlampe kostet weniger als 3 Franken, die teuerste kostet über 50 Franken. Wichtig zu wissen: Der Ersatz einer Glühlampe durch eine Sparlampe ist immer wirtschaftlich, auch bei sehr speziellen (und teuren) Sparlampen. Die Kosteneinsparung pro Lampenersatz liegt zwischen 20 und 200 Franken, der Kaufpreis der Sparlampe eingerechnet. Rechenbeispiel:


Bisher Neu
Eingesetzte Lampe Eco Halogen Lampe Sparlampe
Leistung 52 Watt 15 Watt
Anschaffungspreis pro Lampe 4 Franken 15 Franken
Lebensdauer 2 Jahre 12 Jahre
Anzahl Lampen in 12 Jahren 6 1
Anschaffungskosten  für 12 Jahre 24 Franken 15 Franken
Stromverbrauch in 12 Jahren 624 kWh 150 kWh
Strompreis 20 Rp./kWh 20 Rp. /kWh
Stromkosten in 12 Jahren 125 Franken 30 Franken
Gesamtkosten 149 Franken 45 Franken
Einsparung mit Sparlampe
104 Franken

Praktische Hinweise

Baugrösse

Sparlampen sind häufig länger als vergleichbare Glühlampen. Überprüfen Sie vor dem Kauf, ob eine Sparlampe in Ihrer Leuchte Platz findet.

Form der Sparlampe

Sparlampen in klassischer Glühlampenform haben gegenüber der stabförmigen Bauform zwei wichtige Nachteile: Die Aufstartzeit bis zur vollen Helligkeit ist bis zu dreimal länger und sie sind häufig nicht schaltfest. Verwenden Sie Sparlampen in Glühlampenform nur, wenn diese sichtbar installiert werden. In geschlossen Leuchten sollten aus Qualitätsgründen stabförmige Sparlampen gewählt werden.

Start-Zeit

Seit 1. Oktober 2010 muss die Start-Zeit auf der Verpackung deklariert werden (Sekunden bis die Lampe 60% ihrer Helligkeit erreicht). Manche Sparlampen haben eine Start-Zeit von 3 Minuten. Es gibt aber auch schnellere Produkte, die nach 20, 30 oder 60 Sekunden hell sind. Modelle auf Topten haben eine maximale Start-Zeit von 60 Sekunden. Wenn das Licht sofort da sein soll, empfiehlt sich eine LED-Lampe.

Sparlampen im Aussenbereich

Normale Sparlampen sind für die Aussenbeleuchtung ungeeignet, weil sie bei tiefen Temperaturen fast kein Licht abgeben und eine sehr lange Aufwärmzeit ausweisen. Für den Aussenbereich gibt es speziell bezeichnete «Exterior»-Lampen.

Dimmbare Sparlampen

Die meisten Sparlampen sind nicht dimmbar. Es gibt jedoch spezielle Typen, die mit normalen Glühlampendimmern regulierbar sind. Gedimmtes Sparlampenlicht wirkt aber im Gegensatz zu Glühlampenlicht nicht behaglich, das Licht ist bläulich fahl. Empfehlenswerter als dimmbare Sparlampen sind "double-click" Sparlampen, die ohne Dimmer mit mehrfachem betätigen des Lichtschalters in verschiedene Helligkeitsstufen gebracht werden können.

Sparlampen-Spots

Sparlampenlicht kann nur schlecht gebündelt werden. Das Licht wirkt sehr diffus, es wird nur ein geringer Akzent gesetzt. Der Einsatz von Sparlampen-Spots wird anspruchsvollere Anwender nicht überzeugen. Für eine energieeffiziente Spotbeleuchtung eignen sich LED-Spotlampen. Die Besten erreichen die Qualität von Halogenspots bei 80% weniger Energieverbrauch. Die Preise für LED-Spotlampen sind aktuell noch sehr hoch.

Schaltfestigkeit

Seit 1. Oktober 2010 muss die Schaltfestigkeit auf der Verpackung deklariert werden. Sparlampen unter 10'000 Ein-Aus-Schaltungen sind in der Praxis nicht schaltfest. Topten empfiehlt mindestens 50'000 Ein-Aus-Schaltungen.

Lampenersatz Glühbirnen

Das Angebot an Lampen ist sehr gross und kann überfordern. Die folgenden Tabellen geben eine Übersicht, welche Lampentypen für die üblichsten Fassungen erhältlich sind. Der neue WWF-Ratgeber Licht hilft Ihnen ebenfalls weiter. Das Faltblatt zeigt die Vor- und Nachteile der neuen Leuchttechnologien auf und vergleicht ihre Energieeffizienz (PDF Download).

Lampenersatz Spots

Lampenersatz Stecksockel

Umweltaspekte

Ökobilanz

  • Eine 75W-Glühlampe braucht 0.9 kWh für die Herstellung und 75 kWh während ihrer Lebensdauer von 1000 Stunden; der Anteil der Herstellungsenergie am Gesamtenergieverbrauch der Glühlampe beträgt 1,2%.
  • Eine 15W-Sparlampe braucht 3.4 kWh für die Herstellung und 90 kWh während ihrer Lebensdauer von 6000 Stunden; der Anteil der Herstellungsenergie am Gesamtenergieverbrauch der Sparlampe beträgt 3,5%.
  • Eine Sparlampe brennt min. 6-mal länger als eine Glühlampe; man braucht also für die Lebensdauer einer Sparlampe 6 Glühlampen; 6 Glühlampen brauchen also 5.4 kWh Herstellungsenergie und 450 kWh Betriebsenergie. -> Die Sparlampe braucht für die gleiche Betriebsdauer weniger Herstellungsenergie als die Glühlampe.
  • Eine aktuelle Untersuchung des Siemens-Forschungszentrums ergeben, dass eine LED-Lampe ca. 4.8 kWh Herstellungsenergie benötigt, also etwas mehr als eine Sparlampe. LED leben aber über 20-mal länger als Glühlampen und 4-mal länger als Sparlampen.
  • Sowohl für Glühlampe, Sparlampe und LED-Lampe liegt die Herstellungsenergie im Vergleich zur Betriebsenergie im Bereich von wenigen Prozenten und ist vernachlässigbar.

Entsorgung

Sparlampen enthalten giftige Substanzen; deshalb müssen sie als Sondermüll entsorgt werden. Der Anteil der giftigen Substanzen wird mit der RoHS-Richtlinie geregelt und reduziert (siehe unten). Vergleicht man die eingesparten CO2-Emmissionen mit dem anfallenden Sondermüll, fällt die Bilanz klar positiv für die Sparlampe aus; d.h. Die Sondermüllbelastung ist deutlich geringer als die CO2-Belastung der entsprechenden Glühlampen.

Alte Sparlampen sind Sondermüll. Seit 1. August 2005 gilt für Sparlampen eine kostenlose Rücknahmepflicht aller Verkaufsstellen. Zur Finanzierung des Recyclings wird beim Verkauf neuer Produkte eine vorgezogene Recyclinggebühr (vRG) erhoben. Somit können und sollen alle alte Sparlampen nur noch via Verkaufsstellen entsorgt werden.
Die Rücknahmepflicht umfasst insbesondere Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren (so genannte Neonröhren) aber auch Speziallampen wie z.B. Quecksilberdampflampen, LED-Lampen oder Röhren aus Solarien. Die Recycling- und Rücknahmepflicht gilt nicht für die normalen Glühbirnen und Halogenglühlampen. Diese können weiterhin über den Haushaltkehricht entsorgt werden.

Richtlinie zur Beschränkung des Gebrauches gefährlicher Substanzen

Nach der EU-Richtlinie 2002/95/EG (RoHS, Restriction of the Use of Certain Hazardous Substances) ist es seit 01.07.2006 verboten, neue Elektro- und Elektronikgeräte (inkl. Sparlampen) in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union erstmals in Verkehr zu bringen, wenn sie Stoffe der RoHS-Richtlinie über den zulässigen Grenzwerten enthalten, sofern keine Ausnahmen bestehen. Die Schweiz hat diese Richtlinie unverändert in der Verordnung zur Reduktion von Risiken beim Umgang mit bestimmten besonders gefährlichen Stoffen, Zubereitungen und Gegenständen (Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung, ChemRRV) vom 18. Mai 2005 (SR814.81) übernommen. Damit dürfen Geräte und Lampen, welche die Anforderungen in der EU nicht erfüllen, seit dem 01.07.2006 auch in der Schweiz nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

  • Cd Kadmium ≤ 100 ppm
  • Hg Quecksilber ≤ 1.000 ppm (Ausnahme: Leuchtstoffröhren)
  • CrVI sechswertiges Chrom ≤ 1.000 ppm
  • PBB polybromierte Biphenyle ≤ 1.000 ppm
  • PBDE polybromierte Diphenylether ≤ 1.000 ppm

Glühlampenverbot

In Amtsdeutsch heisst das Glühlampenverbot: EU-Richtlinie «Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Haushaltslampen mit ungebündeltem Licht». Dieses Dokument enthält den Fahrplan für den Ausstieg aus der Glühlampentechnik und weitgehende Deklarationsvorschriften an Lampen. Die Schweiz hat das europäische Glühlampenverbot seit dem 1. September 2010 übernommen.

Fahrplan für den Ausstieg aus der Glühlampentechnik in der EU

In 5 Schritten sollen bis 2016 alle Glühlampen und die meisten Halogenlampen aus dem Verkehr gezogen werden. Die unten stehende Tabelle gilt für Lampen mit Klarglas, d.h. z.B. seit 1.9.2009 müssen Lampen mit einer Leistung von 100 oder mehr Watt in der Energieklasse C oder besser sein.

Datum Verbot
Leistung
Effizienzklasse
1. Sept. 2009
100 Watt
Energieklasse C
und besser
1. Sept. 2010
75 Watt
1. Sept. 2011
60 Watt
1. Sept. 2012
15, 25, 40 Watt
1. Sept. 2016
Klassen C bis G
Klassen A + B

Mattierte Lampen, die nicht Effizienzklasse A ausweisen, sind in der EU seit 1.9.2009 generell verboten; dies gilt auch für Sparlampen. Vorläufig vom Verbot ausgenommen sind Lampen mit gerichtetem Licht, also alle Spotlampen; entsprechende Vorschriften für Spotlampen werden dieses Jahr ausgearbeitet und dürften 2012 in Kraft treten.

Deklarationsvorschriften an Lampen

Folgende Angaben müssen seit 01.09.2010 deklariert werden:

  • Nennlichtstrom in Lumen
  • Nennlebensdauer der Lampe in Stunden
  • Mittlere Zahl der Schaltzyklen bis zum Ausfall
  • Farbtemperatur in Kelvin
  • Anlaufzeit bis zur Erreichung von 60 % des vollen Lichtstroms in Sekunden
  • Abmessungen (Länge und Durchmesser) in Millimetern
  • Quecksilbergehalt der Lampe in Milligramm
  • Lampenlichtstromerhalt am Ende der Nennlebensdauer in Prozent
  • Zündzeit in Sekunden
  • Farbwiedergabeindex

Energieetikette

Seit 1999 werden Haushaltslampen mit der europäischen Energieetikette ausgezeichnet. Die Etikette zeigt eine Einteilung der Lampen in sieben Klassen der Energieeffizienz. Dabei steht A für „sehr effizient“ und G für „wenig effizient“. Zudem muss der Lichtstrom in Lumen, die Leistung in Watt und die mittlere Lebensdauer in Stunden angegeben werden.

Wichtige Ausnahme: Für Spotlampen müssen bis anhin keine Angaben zur Effizienz gemacht werden, und es gibt keine Energieetikette. Die EU arbeitet momentan jedoch an einer entsprechenden Verordnung für Spotlampen.

Beispiele für die Klasseneinteilung sind:
  • Leuchtstofflampen, Sparlampen, LED-Lampen: Klassen A und B.
  • Eco-Halogen-Glühlampen: Klassen B und C.
  • Hochvolt Halogen-Glühlampen: überwiegend in Klasse D.
  • Glühlampen: überwiegend in den Klassen E und F.

Die Berechnung der Energieeffizienz-Klasse erfolgt gemäß EU-Richtlinie 98/11/EG aus den gemessenen Werten des Lichtstroms und der Lampenleistung.
Die Messverfahren sind in der Norm EN 50285:1999 „Energieeffizienz von elektrischen Lampen für den Hausgebrauch, Messverfahren“ festgelegt. In dieser Norm wird auf die entsprechenden Lampennormen verwiesen. Die Mitgliedstaaten der EU sind für die Kontrolle zur Einhaltung dieser Richtlinie zuständig.

Hersteller

Weltweit kann man den Lampenmarkt grob nach Marktanteilen unterteilen: Osram (25%), Philips (25%), General Electric GE (25%), alle übrigen (25%). In Europa ist der grosse amerikanische Konzern GE im Lampenbereich kaum präsent; der Markt wird zur Hauptsache von der deutschen Firma Osram un der niederländischen Firma Philips dominiert.
Neben den 2 grossen Lampenproduzenten ist speziell im Sparlampenbereich die Firma Megaman zu erwähnen. Das deutsche Unternehmen produziert und vertreibt seit 1994 Sparlampen, welche in China hergestellt werden. Zahlreiche Tests bewiesen die hohe Qualität dieser Chinalampen, denen sonst allgemein ein schlechter Ruf anlastet. Megaman bietet v.a. bei speziellen Sparlampen (z.B. ultra-kompakte, dimmbare, Spots) eine interessante Ergänzung zum "normalen" Sparlampenbereich an.

 

Infoplus

Publikationen

Normen und Labels

Normen
  • EN 50285; Energieeffizienz von elektrischen Lampen für den Hausgebrauch, Messverfahren.
  • EN 60969; Lampen mit eingebautem Vorschaltgerät für Allgemeinbeleuchtung - Anforderungen an die Arbeitsweise.
Mindestanforderungen Etikettierung Beschränkung gefährlicher Stoffe

Organisationen

  • BFE Bundesamt für Energie, Bern
  • FVB Fachverband der Beleuchtungsindustrie, Zürich
  • S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, Zürich
  • SENS Stiftung Entsorgung Schweiz, Zürich
  • SLG Schweizerische Licht Gesellschaft, Bern
  • SLRS Stiftung Licht Recycling Schweiz, Bern
  • SKS Stiftung für Konsumentenschutz, Bern

Links

 

04/2012 Geilinger/Gasser