Ratgeber Waschmaschinen
Hintergrund
Rund 2 Millionen Waschmaschinen waschen in Schweizer Haushalten. Zusammen verbrauchen sie jährlich rund 700 Millionen Kilowattstunden - Strom für insgesamt 140 Millionen Franken. Zusätzlich verbrauchen sie rund 25 Millionen Kubikmeter Wasser. In den letzten Jahren waren fast alle Waschmaschinen auf dem Markt in der Energieeffizienzklasse A; die Entwicklung stagnierte. Ab 2012 ist die neue Energieetikette obligatorisch, welche die Klassen A+, A++ und A+++ einführt. Zudem dürfen nur noch Waschmaschinen verkauft werden, die mindestens die Energieeffizienzklasse A erreichen.
Sparpotential
Eine Topten-Waschmaschine der Effizienzklasse A+++ verbraucht etwa einen Viertel weniger Strom als ein typisches Neugerät der Klasse A. Ebenfalls wichtig ist eine gute Schleuderwirkung: wird die Wäsche in einer Waschmaschine der Schleuderwirkungsklasse A geschleudert, verbraucht der Trockner anschliessend fast einen Fünftel weniger Strom. Eine Topten-Waschmaschine fürs Einfamilienhaus (EFH) mit 7kg Fassungsvermögen und der Klasse A+++/A (Energieeffizienz/Schleuderwirkung) spart so gegenüber einer typischen Waschmaschine der Klasse A/B über 270 Franken Stromkosten während der Nutzungsdauer von 15 Jahren. Bei einer Waschmaschine fürs Mehrfamilienhaus (MFH) summieren sich die gesparten Stromkosten gar auf 900 Franken. Gegenüber einem Altgerät der Klasse B spart das Topten-Modell in 15 Jahren gar Strom für 460 (EFH) resp. 1800 Franken (MFH).
Ist die Waschmaschine ans Warmwasser angeschlossen, so beträgt das Sparpotential im Einfamilienhaus rund 190 Franken, im Mehrfamilienhaus 960 Franken.
Kauf-Tipps
- Topten-Waschmaschinen wählen: Diese haben die beste Energieeffizienz (A+++ gemäss neuer Energieetikette, und bis Ende 2011 A+ gemäss alter Energieetikette), und die beste Schleuderwirkung (A) sowie einen geringen Wasserverbrauch.
- Richtige Grösse wählen: max. 6 kg Füllmenge für die Nutzung im Einfamilienhaus.
Anwendungs-Tipps
- Waschmaschine möglichst ganz füllen, maximale Füllmenge aber nicht überschreiten.
- Auf das Vorwaschen verzichten.
- Für leicht verschmutzte Wäsche Sparprogramme wählen.
- Mit 30 Grad waschen, weil das fast immer genügt. «Kochwäsche» mit 60 Grad statt mit 90 Grad waschen. Tiefere Temperaturen mit längerer Waschzeit bringen gleichwertige Waschresultate, verbrauchen aber weniger Energie und schonen das Gewebe.
- Hohe Schleuderzahl wählen, insbesondere wenn die Wäsche anschliessend maschinell getrocknet wird. Dies lohnt sich sehr, da Tumbler zum Trocknen zwei- bis dreimal mehr Energie brauchen, als das Waschen derselben Menge benötigt.
- Waschmittel richtig dosieren.
- Zum Nachttarif waschen (ggf. den Timer an der Waschmaschine einstellen).
Tech-Wegweiser
- Anschluss ans Warmwasser: Den meisten Strom brauchen Waschmaschinen zum Aufheizen des Wassers. Wir das Warmwasser mit erneuerbaren Energieträgern (Sonne, Holz) oder mithilfe einer Wärmepumpe oder von Fernwärme hergestellt sowie bei günstiger Installation der Warmwasserleitungen ist es sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll, Waschmaschinen ans Warmwasser anzuschliessen. Achtung: Waschmaschinen für Warmwasseranschluss müssen 2 Anschlüsse haben, also einen Anschluss für das Kaltwasser und einen für das Warmwasser. Geeignete Modelle für Warmwasseranschluss finden Sie unter www.topten.ch. Mehr Infos
- Anschluss an das Regenwasser: Modelle mit Regenwasseranschluss können ebenfalls sinnvoll sein, da die Wasserkosten je nach Wassertarif und Wasserverbrauch der Maschine 50 bis 100% der Stromkosten betragen. Achtung: Es gibt keine Maschinen, die gleichzeitig Warmwasser und Regenwasser nutzen können. Geeignete Modelle für Regenwasseranschluss finden Sie unter www.topten.ch.
- Ein System zur verbrauchsabhängigen Abrechnung mit Chipcard für die Nutzung im Gemeinschaftwaschraum von Mehrfamilienhäusern ist in der Regel gegen Aufpreis erhältlich.
- Eine sehr gute Schleuderleistung (Klasse A) macht sich besonders dann bezahlt, wenn die Wäsche anschliessend maschinell getrocknet wird. Denn gut geschleuderte, d.h. weniger feuchte Wäsche, senkt den (an sich sehr hohen) Stromverbrauch des Tumblers.
- Entsorgung: Alte Geräte können dort zurückgegeben werden, wo neue gekauft werden können – kostenlos und ohne Neukauf. Mehr Infos unter SENS.
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Organisationen
- BFE Bundesamt für Energie / EnergieSchweiz, Bern
- FEA Fachverband Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz, Zürich
- S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, Zürich
- SENS Stiftung Entsorgung Schweiz, Zürich
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10/2011 Nipkow/Bush/Josephy/Berger-Wey/Michel
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