Ratgeber Fernsteuergeräte für HeizungenDas Thema Fernsteuergeräte basiert auf dem BFE-Projekt Fernsteuerungen für Raumheizungen. Die Aufbereitung der Fernsteuergeräte für Topten wurde dank einem finanziellen Beitrag des Amtes für Energie und Verkehr Graubünden ermöglicht. Die Heizung ist der grösste Energieverbraucher im Haushalt (mit durchschnittlich 70% des Gesamtverbrauchs). In der Schweiz gibt es 420'000 Ferien- oder Zweitwohnungen. Die meisten befinden sich in den Bergen, wo die kalte Jahreszeit lange dauert. Sie sind durchschnittlich während nur 50 Tagen im Jahr besetzt. In vielen von diesen Wohnungen wird die Temperatur dennoch bei über 15 °C gehalten (vgl. Ratgeber Zweitwohnungen heizen). Diese Verschwendung kann vermieden werden: Es genügt, die Temperatur absenken zu lassen (Frostschutzbetrieb) und ein Fernsteuergerät einzubauen, mit dem die Heizung sowie der Wassererwärmer telefonisch eingeschaltet werden können. Dank der Fernbedienung ist die Temperatur bei Ankunft der Ferien- oder Wochenendgäste bereits angenehm. Der Energieverbrauch kann um bis zu 70% verringert werden - mit einem Mehrwert an Komfort dazu. Selbst für eine Abwesenheit von fünf Tagen lohnt es sich, die Heizung abzuschalten. Es ist weniger Energie nötig, um die Raumtemperatur von 6 °C auf 20 °C zu erhöhen, als während der ganzen Woche eine Zwischentemperatur von beispielsweise 15 °C aufrecht zu erhalten. Wie funktioniert es?
Bei der Abreise: Die Heizung wird via Telefonanruf oder SMS abgesenkt. Einige Geräte können auch manuell bedient werden und vor der Abreise direkt per Tastendruck umgeschaltet werden. Vor der Anreise: In nützlicher Frist vor Ankunft der Gäste wird die Heizung auf die gewünschte Betriebsart oder Solltemperatur umgeschaltet. Boden- oder Wandheizungen reagieren langsam, je nach dem kann es 2-3 Tage dauern, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Entsprechend früh muss die Heizung umgeschaltet werden. Handelt es sich um eine Elektrospeicher-Heizung, findet die Wärmeproduktion in der Regel während der Nacht mit verbilligtem Niedertarifstrom statt und wird tagsüber durch das Elektrizitätswerk gesperrt. Deshalb muss die Heizung mindestens eine Nacht vor der Anreise umgeschaltet werden. Bedienung: Die Befehle übermittelt man entweder per Anruf und dem Drücken bestimmter Tasten oder per SMS. Bei Geräten, die per Anruf gesteuert werden, gibt es einerseits sprachgeführte Modelle (z.T. sind sogar individuelle Aufnahmen von Sprachnachrichten möglich) und andererseits Modelle, welche die Eingabe mit Tönen bestätigen. Bei Geräten, die per SMS gesteuert werden, kommt jeweils ein Antwort-SMS zurück, das die Ausführung des Befehls bestätigt. Je nach Gerät sind die SMS-Texte frei definierbar oder vorgegeben. Beispiele:
Wir empfehlen, dass Sie sich von Ihrem Heizungsfachmann oder Elektriker beraten lassen und die Installation durch eine Fachperson ausführen lassen. Für die Installation und Programmierung sind genaue Kenntnisse über das Heizsystem nötig und für die Fernsteuerung muss in der Regel ein 230V-Anschluss erstellt werden. Beachten Sie die folgende Checkliste. Checkliste: Wichtige Punkte bei der Wahl eines Fernsteuergerätes
Mobilnetz oder Festnetz?Mobilfunk-Lösungen sind geeignet für Gebiete ohne Festnetz-Anschluss und genug starkem Empfang. Mit einer Prepaid-SIM-Karte entfallen die Anschlussgebühren und Abonnementkosten. Das senden des Schaltbefehls via Mobilfunknetz kann allerdings mit Unsicherheiten behaftet sein. Erstens gibt es keine Garantie, dass ein versendetes SMS die Zielnummer erreicht. Zweitens ist auch die Stärke des Mobilfunk-Empfangs nicht garantiert, Antennen und Serviceprovider können über die Jahre ändern. Drittens werden Prepaid-SIM-Karten vom Provider oft deaktiviert, wenn sie über ein Jahr lang nicht verwendet bzw. mit Guthaben aufgeladen werden. Auf welche Temperatur soll abgesenkt werden?Wichtig ist, dass der Frostschutz gewährleistet ist. Es ist eine Absenkung der Temperaturen so tief wie im Einzelfall möglich anzustreben. Die EnFK schlägt z.B. für Einfamilienhäuser 6 °C und für Mehrfamilien 12 °C vor. Manche Eigentümer befürchten Kondensationsprobleme als Folge der Temperatursenkung. Das Risiko ist jedoch gering, falls das Gebäude wirklich wasserdicht ist und interne Feuchtigkeitsquellen nicht wirksam sind (vgl. Ratgeber Zweitwohnungen heizen). Spezialfall: Reduzierte Ladung bei Elektrospeicher-EinzelöfenManche Elektrospeicher-Einzelöfen verfügen leider über keine geeignete Anschlussmöglichkeit für Fernsteuergeräte, mit welcher eine thermostaten-kontrollierte Solltemperatur oder Betriebsart aktiviert werden kann. Statt dessen kann per Fernsteuerung die Ladungszeit verkürzt werden (um einen wählbaren Anteil in Prozent). Bei der Abreise: Per Fernsteuerung auf reduzierte Ladung schalten. Egal ob die Temperatur an den Radiatoren oder an einer zentralen Steuerung reguliert wird, lässt man bei der Abreise die Komforttemperatur eingestellt. Wichtig ist aber, dass die Zusatzheizung manuell ausgeschaltet wird an jedem Ofen! Sonst heizt die Zusatzheizung nach, sobald die Raumtemperatur unter die eingestellte Temperatur fällt, und zwar auch mit Hochtarifstrom. Laut Hersteller-Empfehlung wird vorerst eine Reduktion der Ladung um 50% eingestellt. Die daraus resultierende Temperaturabsenkung muss beobachtet werden, damit die Reduktion nach unten oder oben angepasst werden kann. Der Frostschutz muss gewährleistet bleiben, bei gleichzeitig möglichst starker Reduktion der Ladung. Vor der Anreise: Spätestens eine Nacht vor der Anreise schaltet man aus der Ferne auf „100% Ladung“ um.
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