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Ratgeber Ökostrom

Die Nachfrage nach umweltfreundlich produziertem Strom steigt. Immer mehr Anbieter umwerben darum umweltbewusste KonsumentInnen mit Ökostromprodukten. Eine S.A.F.E.-Analyse bringt nun mehr Transparenz in den Labelsalat. Getragen wird die Untersuchung von WWF, SES, SKS, SGU, Greenpeace und Pro Natura. Sie können die Analyse hier herunterladen.

Empfehlungen

  1. Die topten-Auswahl für Oekostrom erfüllt höchste ökologische Ansprüche und basiert auf der S.A.F.E.-Analyse, die von wichtigen Umwelt- und Konsumentenorganisationen unterstützt wird. Angemessene Aufpreise sind daher gerechtfertigt. Übliche Aufpreise sind bei Solarstrom 65 bis 90 Rp, bei Wasserkraft 5 bis 10 Rp. und bei Windenergie 20 bis 50 Rp. pro kWh.
  2. Naturemade star-Produkte erfüllen höchste ökologische Ansprüche und sind dem schweizerischen Markt besonders angepasst. Zunächst sind daher alle naturemade star-Produkte in der topten-Auswahl enthalten. Besonders bei der Wasserkraft bringt dieses Label entscheidende Oekovorteile, weil hier Restwasservorgaben, naturnahe Ufergestaltung und Fischtreppen verlangt werden. Zudem werden bei Wasserkraftwerken mit einem Förderfonds von rund 1 Rp./kWh laufend ökologische Massnahmen im Umfeld realisiert. Zur Förderung der neuen erneuerbaren Energien muss deren Anteil mindestens 2.5% sein.
  3. An naturemade basic-Produkte werden wesentlich schwächere Anforderungen gestellt. Immerhin stammt auch naturemade basic zu 100% aus erneuerbaren Quellen und enthält keinen Atomstrom. Zudem müssen 5% des Stroms naturemade star-Anforderungen erfüllen (2.5% sogar neue erneuerbare Energien). Ein kleiner Aufpreis von rund 2 Rp./kWh erscheint sinnvoll. Zur Zeit wird kein naturemade basic-Produkt vermarktet.
  4. Die TÜV-Label legen den Schwerpunkt auf die Deklaration der Stromangebote und die Revision der Energiebuchhaltung. Für reine Sonnen-, Wind und Biomasseprodukte ist das TÜV-Label hilfreich. Zur Ökologisierung der Wasserkraft trägt das TÜV-Label aber kaum etwas bei. Eine unüberlegte Förderung von Kleinwasserkraftwerken schadet der Natur. Für TÜV-Wasserkraftprodukte sind daher nur minimale Aufpreise unter 1 Rp./kWh angebracht. Immerhin ist sichergestellt, dass kein Atomstrom enthalten ist.
  5. Produkte ohne Label: Bezahlen Sie nur Aufpreise, wenn Sie den Anbieter gut kennen, die ökologischen Leistungen transparent ausgewiesen werden und keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit bestehen. Regionale Solarstrombörsen beispielsweise lassen sich zunehmend mit naturemade oder TÜV zertifizieren, um ihren KundInnen die gewünschte Sicherheit zu geben.

Solarstrombörsen

Auch wer nicht im Gebiet der Topten-Ökostromanbieter wohnt, kann möglicherweise schon heute Solarstrom beziehen: Bereits betreiben über 100 schweizerische Elektrizitätswerke (EWs) Solarstrombörsen. Ob Ihr Elektrizitätswerk eine Solarstrombörse hat, können Sie auf der Solarstrom-Homepage der Schweizer Elektrizitätswerke [www.erneuerbar.ch] erfahren. Dort sind sie diese EWs nach Kantonen und Orten alphabetisch aufgelistet, mit Homepage-Link wo vorhanden. Allerdings kann Topten vorläufig noch keine Angaben zur ökologischen Qualität bzw. Zertifizierung dieser Börsen machen (ausser jenen auf der Ökostrom-Liste).

Durch Anfrage bei "Ihrer" Solarstrombörse können Sie sich jedoch ein darüber informieren und dem EW damit auch Ihr Interesse an ökologisch einwandfreiem Solarstrom signalisieren:

  • Ist der Solarstrom der Börse (Produzenten und Lieferanten) mit naturemade star zertifiziert? Oder ist wenigstens mit TÜV nachgewiesen, dass das Produkt zu 100% aus Photovoltaik erzeugt wird?
  • Sind die liefernden Solarstromanlagen auf überbauten Flächen und nicht auf der grünen Wiese errichtet? (gemäss Selbstbeschränkung des Verbandes Swissolar).
  • Sind mit den Produzenten langfristige Abnahmeverträge abgeschlossen? (möglichst 15 Jahre und mehr, für die Amortisation der Anlagen).
  • Sind alle liefernden Solarstromanlagen neu erstellt bzw. im Rahmen der Börse finanziert? (keine bereits früher oder anderweitig finanzierte Anlagen).
  • Wie engagiert sich die Solarstrombörse selber für den Solarstrom?
    - Abgabe zu Gestehungskosten (keine Durchleitungs- oder Marketingzuschläge)?
    - Aktives Marketing, Aktionen zur Gewinnung neuer Kunden und grösserer Bezugsmengen?
    - Offene und umfassende Information über Produktion, Kosten, Verkauf?

Weshalb Solarstrombörsen?
Der Bau einer netzgekoppelten Solarstromanlage ist für private Investoren nur mit einem Abnahmevertrag interessant, weil der erzeugte Strom ins örtliche Elektrizitätsnetz eingespeist werden muss und die normalen Rücklieferungstarife – heute 15 - 25 Rp/kWh – bei Weitem nicht kostendeckend sind. Solarstrombörsen schliessen Abnahmeverträge mit privaten Anbietern ab und kaufen deren Solarstrom zu ausgehandelten (kostendeckenden) Preisen. Sie bieten den Solarstrom ihren StromkundInnen zu entsprechend höheren Preisen als "Normal-Strom"an. Durch die Bündelung der interessierten Stromkunden und Solarstromanlagenbetreiber kann eine wirtschaftliche Sicherheit erreicht werden.

Infoplus

Publikationen

Normen und Labels

Organisationen

  • AEE Agentur für erneuerbare Energien und Energieeffizienz
  • BFE Bundesamt für Energie / EnergieSchweiz, Bern
  • BiomassEnergie, Zollikon
  • Greenpeace, Zürich
  • Pro Natura, Basel
  • S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, Zürich
  • SES Schweizerische Energiestiftung, Zürich
  • SKS Stiftung für Konsumentenschutz, Bern
  • Suisse Eole Vereinigung zur Förderung der Windenergie in der Schweiz, Bubendorf
  • Swissolar Schweizerischer Fachverband für Sonnenenergie, Zürich
  • VSE Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen, Aarau
  • VUE Verein für umweltgerechte Elektrizität, Zürich
  • WWF Schweiz, Zürich
  • WWK-Verband Schweizerischer Fachverband für Wärmekraftkopplung, Baden

Links

  • www.topten.info: internationale Online-Suchhilfe für die besten Produkte

Info für Ökostrom-Anbieter

Bitte melden Sie uns zusätzliche Angebote, welche die Topten-Kriterien erfüllen: redaktion(at)topten.ch

04/2010 Bush/Nipkow