Ratgeber Sanitärprodukte

162 Liter beträgt der durchschnittliche Wasserverbrauch im Haushalt pro Person und Tag in der Schweiz (Statistik SVGW/BAFU). Für die Wasserversorgung werden in der Schweiz pro Jahr 1360 Millionen kWh benötigt, gleichviel wie 300'000 Durchschnittshaushalte verbrauchen.

Rund 52 Liter werden pro Tag pro Person für Duschen, Baden und Körperpflege verwendet. Dieses Wasser wird zum grössten Teil aufgewärmt. Für die Warmwasser-Erzeugung wird in unseren Haushalten mehr Energie verbraucht als für alle elektrischen Geräte und das Licht. Je nach System heizen wir das Wasser mit Sonnenenergie, Gas, Heizöl oder Strom. Wenn ein Heizöl-Boiler verwendet wird, betragen die Warmwasserkosten pro Person jährlich rund 125 Franken, mit einem Elektro-Boiler rund 200 Franken.

Spar-Potential

Die wichtigste Rolle beim Energie-Sparen spielt die Art der Warmwasser-Aufbereitung: Elektroboiler sind die grössten Stromfresser im Haushalt und sollten unbedingt ersetzt werden – wenn möglich durch Sonnenkollektoren oder Wärmepumpen-Boiler (siehe Ratgeber Sonnenkollektoren und Wärmepumpen-Boiler). Gas- und Öl- Boiler sind ebenfalls effizienter als Elektroboiler, produzieren jedoch klimaschädliches CO2. Als wichtige Sparmassnahme sollten Boiler nur auf 60°C geheizt werden (gemäss SIA 385: Anlagen für Trinkwarmwasser in Gebäuden – Grundlagen und Anforderungen).

Durch die Installation von sparsamen Duschbrausen, Armaturen und Wasserspar-Einsätzen kann der Wasserverbrauch bis um die Hälfte reduziert werden.
Mit diesen Massnahmen schonen Sie die Umwelt und sparen Heiz- und Wasser-Kosten.
Zum Duschen brauchen wir rund 20% des Trinkwassers im Haushalt. Verschwenderische Duschbrausen brauchen rund 18 Liter Wasser pro Minute. Sparsame Brausen, Thermostat-Mischer oder nachträglich montierte Wasserspar-Einsätze reduzieren den Verbrauch um mehr als die Hälfte.
Wer pro Tag 4 Minuten duscht, kann mit einer Sparbrause pro Jahr bis zu Fr. 40.- einsparen.
Für’s Händewaschen und die Körperpflege braucht ein durchschnittlicher Haushalt rund 13% des Trinkwassers. Verschiedene Armaturen mit Spar-Funktionen oder Spar-Einsätze zum Anschrauben reduzieren den Verbrauch um einen Drittel bis um die Hälfte. Sie können pro Person pro Jahr bis zu Fr. 30.- einsparen.

In der Küche verbrauchen wir etwa 15% des Trinkwassers. Spezielle Armaturen ermöglichen auch hier eine bessere Dosierung der Wassermenge.

Für die Toilettenspülung verwenden wir 30% des Trinkwassers – allerdings muss dieses Wasser nicht aufgeheizt werden. Die meisten modernen Spülkästen sind mit Wasserspar-Tasten ausgerüstet. Sie brauchen nur halb so viel Wasser wie ein alter Spülkasten. Bei alten Spülkästen lohnt sich der Einbau eines WC-Stops.

Neu wird der Wasser-Verbrauch von Duschbrausen, Armaturen und Durchfluss-Begrenzern durch eine freiwillige Energie-Ettikette des Bundesamtes für Energie gekennzeichnet. Die A-Klasse bezeichnet die sparsamsten Produkte, die G-Klasse die grössten Verbraucher. Die Grenzwerte für die zulässigen Wassermengen sind dabei vom Verwendungszweck des Produktes abhängig.

Den oben aufgeführten Beispielen liegen Berechnungen des BFE zugrunde. Es wurde ein durchschnittlicher Wasser- und Abwasserpreis von 3 Franken sowie ein Energiepreis von Fr. 3.50 pro 1000 Liter Warmwasser eingesetzt. Für das Heizöl wurden Kosten von Fr. 0.86/Liter und ein Verbrauch von 4 Liter Öl pro 1000 Liter Warmwasser angenommen.

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Kauf – Tipps

Duschen

Die Vorlieben beim Duschen sind sehr verschieden. Überlegen Sie, ob sie einen harten oder weichen Duschstrahl bevorzugen, ob die Dusche eine Massage-Funktion haben soll und ob sie zwischen sparsamem und grosszügigem Wasserverbrauch wechseln möchten. Alle diese Bedürfnisse können mit sparsamen Brausen befriedigt werden.

Die sparsamsten Duschbrausen, die nur 6l/Minute verbrauchen, führen zu einem spürbar anderen Gefühl als Brausen mit 12l/s. Es ist daher möglich, dass Sie das effizienteste Modell nicht zufrieden stellt.

  • Ein weicher Strahl resultiert vor allem durch Modelle mit integriertem Durchflussregler. Einen härteren Strahl haben Modelle mit einer Luftansauge-Funktion. Einen veränderbaren Strahl haben Modelle mit Spar-Taste oder Dreh-Kopf zum Wechseln von Normal- auf Spar-Funktion.
  • Praktisch sind Thermostat-Brausebatterien, bei denen die Wassertemperatur vorab eingestellt werden kann und während des Duschens stabil bleibt. Spar-Modelle haben eine Mengenbremse, die erst durch bewusstes Drücken auf einen Schaltknopf überschritten werden kann.
  • Günstig ist der Kauf eines Spar-Einsatzes, welcher zwischen die Dusch-Armatur und den Schlauch geschraubt wird. Er wirkt wie ein Durchfluss-Regler und führt zu einem weicheren Strahl.
  • Wenn Dusch-Armatur und Dusch-Brause individuell gewählt werden, oder wenn der Netzdruck gering ist, kann es sein, dass die Misch-Batterie nicht mehr einwandfrei funktioniert. Dies führt zu plötzlichen Temperaturschwankungen. Erkundigen Sie sich daher beim Kauf um eine Rücknahme-Garantie.
  • Bei Installationen die auf Druckschwankungen empfindlich reagieren, empfiehlt es sich, die Wassermenge in der Armatur direkt zu reduzieren, statt diese mit einem Wassersparer in der Duschbrause nachzudrosseln

Lavabo

Für’s Hände-Waschen ist es angenehm, wenn das Wasser nicht aus dem Hahn schiesst. Daher lassen die meisten modernen Armaturen für’s Lavabo nur 4-6 Liter durchfliessen. Zusätzliches Spar-Potential bieten die folgenden Modelle:

  • Kaltwasser-Hebelstellung in der Mitte: Für’s Händewaschen stellen wir den Hebel meist in die Mitte, auf lauwarmes Wasser. Trotzdem warten wir meistens nicht, bis warmes Wasser aus dem Hahn fliesst. Das Warmwasser kühlt ungebraucht in der Warmwasserleitung wieder aus. Armaturen mit der Kaltwasser-Hebelstellung in der Mitte lassen uns die Hände mit kaltem Wasser waschen, ohne dass wir unsere Gewohnheiten ändern.
  • Einhebelmischer mit Mengenbremse: Beileichtem Anheben des Hebels fliesst wenig Wasser aus dem Hahn. Um die volle Leistung einzustellen, muss ein Widerstand überwunden werden.
  • Einhebelmischer mit Heisswasser-Bremse: Um den Hebel auf Heisswasser zu stellen, muss ein Widerstand überwunden werden.

Küche

Zum Kochen ist es praktisch, wenn das Wasser möglichst schnell in den Kochtopf schiesst. Zum Spülen genügt jedoch ein weicher Strahl. Spezielle Küchen-Armaturen ermöglichen beides:

  • Eco-Booster: Einige Armaturen verfügen über eine Schalttaste, mit vom Spar-Strahl auf die volle Leistung geschaltet werden kann.
  • Mengenbremse: Beileichtem Anheben des Hebels fliesst wenig Wasser aus dem Hahn. Um die volle Leistung einzustellen, muss ein Widerstand überwunden werden.

Anwendungs-Tipps

  • Stellen Sie den Boiler auf 60°C ein – er braucht rund 20% weniger Energie als bei 70°C.
  • Ein Vollbad benötigt viermal mehr Wasser als eine Dusche
  • Verwenden Sie kaltes Wasser für kurzes Hände-Waschen
  • Lassen Sie den Wasserhahn während dem Abwaschen, Rasieren, Zähneputzen oder Einseifen nicht unnütz laufen.
  • Starten Sie die Geschirrspül-Maschinen erst, wenn sie voll sind. Mit Sparprogrammen lässt sich zusätzlich Wasser sparen.
  • Tropfende Wasserhähne und «undichte» WC-Spülkästen verschwenden grosse Mengen Wasser. Sie sollten rasch repariert werden.
  • Um den Minuten-Verbrauch Ihrer Dusche zu messen, halten Sie die Brause in einen grossen Eimer und lassen Sie sie genau 30 Sekunden lang laufen. Messen Sie das Wasser mit einem Litermass, und multiplizieren Sie die Anzahl Liter mit zwei.

Infoplus

Publikationen

Normen und Labels

Organisationen

  • SVES Schweizerischer Verband für energieeffiziente Sanitärprodukte, c/o Planair SA, La Sagne
  • SVGW Schweizerischer Verein des Gas- und Wasserfache, Zürich
  • BFE Bundesamt für Energie, Bern
  • S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, Zürich

Links

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