Ratgeber Stopp Standby

Was ist Standby und wozu dient er?

Standby ist der unnötige Energieverlust im Bereitschafts-, Warte- und im Aus-Zustand eines Geräts.

Die meisten Elektrogeräte verbrauchen auch im Bereitschafts- und sogar im Aus-Zustand Strom. Standby heisst also nicht «Aus»! Der Standby-Verbrauch macht in einem typischen Haushalt bis zu zehn Prozent des Stromverbrauchs aus. Allein in der Schweiz werden so gegen zwei Milliarden Kilowattstunden pro Jahr verschwendet. Dies entspricht nahezu dem Stromverbrauch aller Firmen und Haushalte der Stadt Zürich!

Wozu dient Standby? Im Vordergrund stehen die Funktionen Zustands- und Uhrzeitanzeige sowie die Bereitschaft für einen Signalempfang (Fax, Fernbedienung, Netzwerk, Videorecorder für TV-Empfang etc.). Diese Funktionen wären allerdings technisch mit viel weniger Energieverbrauch möglich, als heute üblich. Bei einigen Geräten und Anlagen spielt auch die sofortige Produktionsbereitschaft eine Rolle, etwa bei Kaffeemaschinen oder Kopierern. Dabei handelt es sich eigentlich um Leerlauf bzw. Bereitschaft und nicht um Standby im engen Sinne. Im Leerlauf-Zustand werden oft hohe Leistungen aufgenommen.

Obwohl Standby nur eine Nebenfunktion von Geräten ist, verbringen viele Geräte ihre meiste Zeit in diesem Zustand. Dies verbraucht oft sehr viel mehr Strom als die eigentliche Gerätefunktion wie Drucken, Kopieren, Faxen etc. Die Standby-Zustände werden in Gerätedokumentationen und auf Anzeigen z.B. als Standby, Sleep, Eco-Modus, Energiesparen etc. bezeichnet.

Checkliste

  • Achten Sie bereits beim Gerätekauf auf einen möglichst geringen Standby-Verbrauch. Topten kennt die besten Geräte für Büro, Unterhaltung, Haushalt, Beleuchtung.
  • Verwenden Sie Abschalthilfen: Damit werden beim Ausschalten alle angeschlossenen Geräte vollständig vom Strom getrennt. Achtung: Fernbedienungen schalten Fernseher, Stereoanlagen etc. nicht vollständig aus, sondern setzen sie nur in den Standby!
  • Schalten Sie Geräte, die nicht an einer Abschalthilfe angeschlossen sind, nach Gebrauch mit dem Hauptschalter aus oder ziehen Sie den Stecker aus der Steckdose. Achtung: Fernbedienungen schalten Fernseher, Stereoanlagen etc. nicht vollständig aus, sondern setzen sie nur in den Standby!
  • Ziehen Sie Netzteile nach dem Laden aus der Steckdose, denn am Stromnetz angeschlossene Ladegeräte fressen weiterhin Strom. Als Faustregel gilt: Je schwerer das Netzteil, desto grösser der Stromverbrauch. Geräte mit Netzteilen sind beispielsweise Handy, Smartphone, Tablet, MP3-Player, Discman, Digitalkamera, Handstaubsauger, elektrische Zahnbürsten, Rasierer, Baby-Funkgeräte, Batterieladegeräte.
  • Stellen Sie den Energiesparmodus optimal ein.

Ratgeber "Stromsparen am PC-Arbeitsplatz"

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Energieeffiziente PC-Netzwerke

PC-Netzwerke werden in fast allen Unternehmen mit mehr als drei PC-Arbeitsplätzen betrieben. Die Energieoptionen funktionieren in Netzwerken oft nicht so einfach wie bei Einzel-Arbeitsplätzen (vgl. "Strom sparen am PC-Arbeitsplatz"). S.A.F.E. hat deshalb für EDV-Verantwortliche in Betrieben und Verwaltungen einen Ratgeber "PC-Netzwerke energieeffizient betreiben" sowie ein einführendes Faltblatt erstellt.

Kaffeemaschinen

  • Topten kennt die effizientesten Vollautomaten und Portionenmaschinen.

Fax

Um kein Fax zu verpassen, müssen Fax-Geräte im Prinzip rund um die Uhr in Bereitschaft sein.

Erhalten Sie weniger als 5 Faxdokumente pro Woche, so können Sie Ihr Fax-Gerät auch ausschalten, denn Fax können auch «gerätefrei» über E-Mail empfangen werden. Anleitung zu Fax OFF.

Sind Sie auf ein Faxgerät angewiesen, wählen Sie gute Geräte mit kleinem Standby-Verbrauch.

Tech-Wegweiser

Abschalthilfen

Manuelle Abschalthilfen

Es sind folgende Typen erhältlich:

Konventionelle Steckerleisten mit Schalter: Sie sind einfach, kostengünstig und universell einsetzbar. Je nach Anwendung sind 3 bis 8 Steckdosen sinnvoll; es gibt Versionen mit gedrehten Steckdosen, um Steckernetzteile einstecken zu können. Der Schalter soll leuchten zum Anzeigen des «Ein»-Zustands. Beim Ausschalten werden alle eingesteckten Geräte vollständig vom Netz getrennt.

Steckerleiste mit Schaltermaus: Diese Variante ist zwar teurer als eine konventionelle Steckerleiste mit Schalter, sie bietet dafür mehr Bedienungskomfort. Die Schaltermaus kann in bequemer Griffweite – z.B. auf dem Pult – platziert werden, während die eigentliche Steckerleiste unter das Pult gelegt wird und somit kein Abtauchen in den Untergrund mehr nötig ist.

Schaltermaus: Sie ist überall dort die Lösung, wo bereits eine Steckerleiste ohne Schalter vorhanden ist oder wenn bei einer konventionellen Steckerleiste mit Schalter der Bedienungskomfort verbessert werden soll.

Fernschalter

Fernschalter sind eine weitere Möglichkeit zum komfortablen Abschalten von Geräten. Sie sind jedoch in erster Linie für das Schalten von Leuchten gedacht. Ein Sender kann mehrere, codierbare Empfänger mit Zwischenstecker durch entsprechende Tasten ansteuern. Die Reichweite von Funk-Fernschaltern beträgt ca. 10 bis 30 Meter. Fernschalter mit Infrarot arbeiten nur bei Sichtkontakt, haben dafür keine elektromagnetische Strahlung. Der Sender enthält meist eine Batterie, neu sind aber auch solche mit Piezo-Energieversorgung durch den Tastendruck erhältlich.

Automatische Abschalthilfen

Automatische Abschalthilfen werden für verschiedene Ansteuermöglichkeiten angeboten, z.B. mit der Fernbedienung von Unterhaltungselektronik, durch externe Signale (PC-Tastatur, USB, Netzwerk), durch Präsenzmelder oder auch durch Drücken einer Taste. Die Netztrennung erfolgt automatisch einige Zeit nach der letzten Gerätebetätigung oder Präsenz oder durch Erkennen des Abschaltens angeschlossener Geräte (z.B. wenn das Gerät via Fernbedienung in Standby gesetzt wird). Wegen der in diesen Geräten enthaltenen «Grauen Energie» von einigen 10 kWh ist ihr Einsatz nur sinnvoll, wenn damit über die Nutzungsdauer wesentlich mehr Strom gespart werden kann! Rein energetisch lohnt sich ihr Einsatz, wenn der durch die Abschalthilfe eingesparte Standby-Verbrauch mindestens 3 Watt während 5 Jahren beträgt. Zu beachten ist auch der Eigenverbrauch der Abschalthilfe, der unter 0.5 Watt liegen sollte.

  • Automatische Abschalthilfen für Unterhaltungselektronik mit Fernbedienung: diese Geräte erkennen das In-Standby-Schalten des angeschlossenen Geräts (es können auch mehrere Geräte via Mehrfachstecker sein) und trennen das Gerät/die Geräte nach kurzer Zeit vom Netz. Damit entfällt deren Standby-Verbrauch. Zum Einschalten wird zuerst die Abschalthilfe mit der Fernbedienung aktiviert, anschliessend wird wie gewohnt das Unterhaltungselektronik-Gerät eingeschaltet.

  • Master-Slave-Steckerleiste: damit können durch Ausschalten eines Hauptgeräts (Master-Gerät) weitere angeschlossene Geräte ein- und ausgeschaltet werden. Teils gibt es weitere nicht geschaltete Steckdosen (im Bild weiss) für nicht auszuschaltende Stromverbraucher wie z.B. das Telefon. Beim Einschalten eines mit Strom betriebenen Hauptgeräts (Master-Gerät, z.B. Computer, im Bild rot) werden weitere Geräte (Slaves, z.B. Drucker, Modem und Monitor, im Bild schwarz) mit Strom versorgt. Wird das Hauptgerät ausgeschaltet, werden alle weiteren Geräte vom Stromnetz getrennt. Damit verbrauchen die weiteren Geräte auch keine Energie für den Standby-Betrieb. Das Hauptgerät bleibt allerdings mit dem Stromnetz verbunden und verbraucht Standby-Energie. Die Master-Slave-Steckerleiste ist somit eine automatische und deshalb bequemere Alternative zu manuellen Abschalthilfen. Sie ist aber teurer und spart etwas weniger Strom wegen ihres Eigenverbrauchs und jenem Verbrauch des Hauptgeräts im Standby/Aus-Zustand. Master-Slave-Steckerleisten sind vor allem für PC-Arbeitsplätze gedacht. Es gibt teurere Ausführungen mit einstellbarer oder selbstanpassender Schaltschwelle, was u.U. bei hohem Standby-Verbrauch des PC nützlich ist.
  • Abschalthilfen mit Näherungsschalter: diese werden vor allem für Kaffeemaschinen oder Drucker/Kopierer angeboten. Die angeschlossenen Geräte werden nach z.B. 1 Stunde ausgeschaltet. Das Wiedereinschalten erfolgt, wenn sich jemand der Abschalthilfe nähert (wie Präsenzmelder, aber kürzere Reichweite). Zusätzlich ist meist eine Taste zum Wiedereinschalten vorhanden. Achtung bei grossen Druckern/Kopierern: manche sollten zuerst mittels Geräteschalter heruntergefahren werden, da sie sonst «abstürzen» können. Da zudem das Aufstarten u.U. recht lange dauert; kann es sinnvoller sein, eine geeignete Standby-Konfiguration am Gerät vorzunehmen. Kaffeemaschinen mit Elektronik müssen nach einer Netztrennung meist wieder per Starttaste eingeschaltet werden.

Schaltuhren

Schaltuhren erlauben, angeschlossene Geräte nach einem festen Zeitprogramm ein- und auszuschalten. Da sie nicht erfassen können, was an den angeschlossenen Geräten geschieht, sind sie nur dort geeignet, wo das ungeplante Ausschalten keinen Schaden am Gerät oder sonstige Nachteile verursachen kann. Ihr Einsatz ist demzufolge vor allem bei Beleuchtungen sinnvoll, und weniger bei elektronischen Gräten. Schaltuhren, die nicht gut sichtbar angebracht sind, sollten mit Gangreserve oder als Funkuhr gegen den Verlust der korrekten Zeit abgesichert sein. Viele Schaltuhren sind in Elektro-Tableaux oder Schaltschränken eingebaut, es gibt eigentliche Schaltcomputer, und sie sind oft Bestandteil von Anlagensteuerungen.

  • Elektromechanische Schaltuhren (auch als «analog» bezeichnet): sie haben Reiter zum Stellen oder Stecken und sind leicht verständlich. Das eingestellte Programm ist direkt ersichtlich. Die einstellbaren Zeiten und Schaltintervalle sind recht grob: bei Tagesschaltuhren sind es meist 15 Minuten Schritte, bei Wochenschaltuhren sogar mehrere Stunden. Bei Netzausfall oder Netzunterbruch bleiben elektromechanische Schaltuhren stehen, ausser teurere Modelle mit Gangreserve.
  • Elektronische Schaltuhren (auch als «digital» bezeichnet): sie können in der Regel Netzunterbrüche überbrücken, haben meist eine Vielfalt von Programmiermöglichkeiten, Wochenprogramme, minutengenaue Einstellung, oft mehrere Schaltkanäle, sowie weitere Funktionen wie etwa Zufallsschaltung (für Beleuchtung, als Einbrecherschutz). Ihr Nachteil ist die oft schwer verständliche und nicht direkt kontrollierbare Programmierung. Modelle mit eingebauter Funkuhr haben immer die richtige Zeit, auch nach der Winter-/Sommerzeit-Umstellung.

Zu beachten:

  • Alle automatischen Abschalthilfen (Master-Slave etc.), Fernschalter und Schaltuhren brauchen selber Standby-Energie für ihre Funktion. Dieser sogenannte Eigenverbrauch sollte unter 0.5 Watt liegen, damit der Einsatz auch zum Abschalten von z.B. 3 Watt Standby Sinn macht.
  • In allen Abschalthilfen, insbesondere den elektronischen, steckt «Graue Energie» aus ihrer Herstellung. Dies ist in einer ökologischen Gesamtbetrachtung zu berücksichtigen.
  • Gewisse elektronische Geräte, wie PC/Laptop sowie manche Drucker und Kopierer, sollen vor der Netztrennung heruntergefahren bzw. mit dem Geräteschalter ausgeschaltet werden, damit sie nicht «abstürzen». Bei Tintenstrahldruckern wird dadurch der Druckkopf sicher parkiert und kann nicht austrocknen. Bei Master-Slave-Steckerleisten kann der PC selbst nicht abstürzen, da sie durch das PC-Herunterfahren aktiviert werden. Es empfiehlt sich jedoch auch hier, Tintenstrahldrucker, insbesondere ältere Modelle, vorgängig herunterzufahren.
  • Die Schaltleistung einiger automatischer Abschalthilfen und Fernschalter beträgt nur 4 A (statt üblichen 10 A). Solche Produkte dürfen nicht für Kaffeemaschinen, Heizöfeli oder andere Geräte mit Leistungen über 900 W eingesetzt werden. Beim Kauf ist ggf. darauf zu achten!

Leistungs- und Energiemessgeräte

Der Stromverbrauch von Geräten mit Netzstecker kann mit einem Leistungs- und Energiemessgerät einfach selber gemessen werden. Messgeräte mit knapp ausreichender Genauigkeit für Standby-Messungen sind schon ab ca. 20 Franken erhältlich, für gute Genauigkeit unter 1 Watt muss man aber schon gegen 100 Franken (Click) bzw. 300 bis 500 Franken (mit mehreren Funktionen) aufwenden. Bei vielen Elektrizitätswerken und Energieberatungsstellen können Messgeräte auch ausgeliehen werden. Manche Billig-Messgeräte (20 bis 40 Fr.) sind für kleine Standby-Leistungen (weniger als 3 Watt) nur bedingt geeignet (vgl. "Auflösung Anzeige"; auch Energie-Auflösung beachten), für grössere Leistungen (über 10 Watt) sind sie meist genügend genau.

Vorschriften zu Standby und Off entschärfen Problematik

Für die Standby-Leistungsaufnahme elektrischer und elektronischer Haushalt- und Bürogeräte hat die EU Vorschriften erlassen. Das Bundesamt für Energie (BFE) hat die EU-Richtlinie auch für die Schweiz übernommen (Anhang 2.8 der Energieverordnung). Die Grenzwerte (verschärft seit 1. Januar 2013) sind wie folgt:

  • Leistungsaufnahme Standby und AUS: nicht über 0.5 Watt;
  • Leistungsaufnahme Standby mit einer Anzeige (von Bedeutung): nicht über 1 Watt.

Mehr Infos: EU-Richtlinie betreffend Stromverbrauch von Haushalt- und Bürogeräten in Standby und Off-Modus.

Infoplus

Publikationen

Normen und Labels

Organisationen

  • BFE Bundesamt für Energie, Bern
  • S.A.F.E. Schweizerische Agentur für Energieeffizienz, Zürich
  • S.A.L.T. Swiss Alpine Laboratories for Testing of Energy Efficiency, Chur
  • WWF Schweiz, Zürich

Links

  • www.energybox.ch: interaktive Beratungsmaschine für Strom im Haushalt
  • www.faktor.ch: Magazin zu ausgewählten Themen wie Geräte, Licht, Gebäude, Wohnen, Minergie-P
  • www.topten.info: internationale Online-Suchhilfe für die besten Produkte

04/2015 Geilinger/Nipkow

Vorgestellte Produkte

  • Max Hauri Energie-Saver TV
    Max Hauri Energie-Saver TV
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  • Steffen Power Standby Saver UE
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    • Vertrieb: Fachhandel, Baumärkte, Warenhäuser
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  • Steffen Power Standby Saver PC
    Steffen Power Standby Saver PC
    • Eigenverbrauch (W): 0.5
    • Bezeichnung / Anwendung: Büro, PC, mit Ein-/Ausschalter
    • Vertrieb: Fachhandel, Baumärkte, Warenhäuser
    • Ausschaltschwelle (W): 20